Frühjahrsputz für Ihre Führungs­arbeit

5 Min. 29.03.2017 Mag. (FH) Michaela Kreitmayer

Wie geht es Ihnen als Führungskraft, wenn Sie am Abend Ihren Arbeitstag Revue passieren lassen? Ist er wie geplant verlaufen? Oder haben spontane Aufgaben und Entscheidungen Ihren bereits vollen Terminkalender gehörig durcheinandergebracht?

 Die Autorinnen und der Autor des Buchs „Weil Führung sich ändern muss. Aufgaben und Selbstverständnis in der digitalisierten Welt“ haben sich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Führungskräfte in unserer agilen Welt am besten diesen permanenten Ansprüchen begegnen, und dafür zahlreiche CEOs im deutschsprachigen Raum befragt. Ihr Fazit: Führungsaufgaben müssen neu verteilt werden, darunter auch jene der Entscheidungshoheit.                                    

Entscheiden, nicht zu entscheiden

Denn die Maxime „Führen heißt Entscheiden“ ist längst von gestern, so das Autoren-Trio. Gerade schnelllebige Zeiten verlangen in Unternehmen schnelle Entscheidungen, um reaktionsfähig zu bleiben. Grund genug, die Entscheidungsfindung an Teams und Mitarbeitende abzugeben. Die Vorteile liegen auf der Hand: Umsetzungen erfolgen rascher, Kursänderungen können sofort angepasst werden. Ob Führungskräfte dadurch an Position verlieren? Die Antwort: ein klares Nein.

Safe enough to try?

Die Frage, wer entscheidet, ist nämlich noch immer Chefsache. Führungskräfte müssen weiterhin abwägen, welche Entscheidungen demokratisch im Team getroffen werden können und welche (Risiko-)Entscheidungen sie selbst übernehmen müssen. Es liegt an ihnen, die notwendigen Rahmenbedingungen dafür zu schaffen. Mit klaren Regeln und Kriterien, der richtigen Kommunikation und Expertise. Worauf es ankommt: dass Entscheidungen überhaupt getroffen werden.

Machen Sie Inventur:

  • Werden in Ihrer Organisation Entscheidungen zu spät/langsam getroffen?
  • Wie wichtig ist Ihnen das Privileg, Entscheidungen zu treffen?
  • Wer trifft in Ihrem Unternehmen wann welche Entscheidungen?
  • Wie können Sie Entscheidungen an Ihre Teams abgeben?
  • Welche Grundsätze sind nicht zur Entscheidung freigegeben?
  • Wissen Ihre Teams, welche Entscheidungen Sie treffen wollen?
  • Wie verhindern Sie, dass Entscheidungen doch wieder bei Ihnen landen?

Entscheidungen abzugeben bedeutet für Sie als Führungskraft also keineswegs einen Machtverlust – ganz im Gegenteil. Was Sie gewinnen: mehr Transparenz, Vertrauen, Mut zu einer neuen Fehlerkultur. Vorbei die oft langwierige oder spontan geforderte Entscheidungsfindung und damit Raum für andere Führungsaufgaben – und vielleicht sogar mehr Planbarkeit in Ihrem Führungsalltag.

Jetzt im Buchhandel

Eva-Maria Ayberk, Lisa Kratzer und Lars-Peter Linke: Weil Führung sich ändern muss. Ein Reiseführer in die Zukunft der Führung in neuen Organisationsformen

Erschienen im Springer Gabler Verlag, 184 Seiten, 29,99 Euro

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