Auf der Suche nach dem perfekten Team?

5 Min. 05.07.2016 Dr. Lisa Kratzer, MAS

Teams, die kreativ und produktiv zusammenarbeiten, bilden die Basis jeder erfolgreichen Organisation. Doch was macht das perfekte Team aus? Ist es die gut getroffene Auswahl der Mitglieder? Sind es deren Fähigkeiten? Oder stimmt in diesen Teams einfach die sprichwörtliche Chemie – beruflich wie auch privat?

Studie: „Psychologische Sicherheit“ macht Teams stark

Weder noch, wie eine jahrelang durchgeführte Studie von Google zeigt: Denn nicht die Persönlichkeit der einzelnen Teammitglieder, ihre Kompetenzen oder ihr ähnlicher Hintergrund sind ausschlaggebend, sondern das, was die Harvard-Professorin Amy Edmondson bereits 1999 mit dem Begriff der „psychologischen Sicherheit“ beschrieben hat.

Positive Fehlerkultur

Edmondson definiert damit „den gemeinsamen Glauben, dass das Team vor zwischenmenschlichen Risiken sicher ist und ein Klima des Vertrauens und des gegenseitigen Respekts vorherrscht“, in dem jedes Mitglied authentisch sein kann.

In der Praxis bedeutet das: Jede und jeder Einzelne bringt sich und ihre oder seine Meinung ein, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen. Oder das Gesicht zu verlieren und inkompetent zu wirken. Fehler sind in diesem Klima erlaubt, ja sogar erwünscht, wenn sie die Organisation weiterbringen. Die Teammitglieder stellen Fragen, reflektieren ihre Resultate und suchen Feedback – konstruktiv und ohne Angst vor Zurückweisung.

Führungskräfte profitieren von guten Teams

Für Führungskräfte liegen die Vorteile gut zusammenarbeitender Teams auf der Hand: Die Innovationskraft innerhalb der Teams steigt und sie lernen schneller aus ihren Fehlern. Gleichzeitig arbeiten sie engagiert und effizient, sind kreativ und produktiv und erfüllen alle Erwartungen, die an sie gestellt werden. Die Mitglieder übernehmen Verantwortung und agieren problemlösungsorientiert.

Inklusiver Führungsstil unterstützt Teams

Führungskräfte können durch partizipatorisches bzw. inklusives Führungsverhalten zur psychologischen Sicherheit ihrer Teammitglieder beitragen. Wenn sie, so Amy Edmondson, einige wichtige Punkte konsequent beachten:

  • Eine klare Richtung und ein klares Ziel vorgeben
  • Rollen und Verantwortlichkeiten eindeutig definieren
  • Coachend und unterstützend Informationen weitergeben
  • Den Teammitgliedern Anerkennung und Wertschätzung entgegenbringen
  • Offen für Diskussionen und Dialog sein

Kurz gesagt: Kommunikatives und empathisches Verhalten, Fehlertoleranz und Vertrauen fördern die Entwicklung leistungsstarker Teams, die wiederum die organisationale Performance beeinflussen.