Sind Sie ein Krokodil?

6 Min. 20.04.2018 Mag. Gabriele Schauer

Wie geht es Ihnen in Ihrem Führungsalltag? Fühlen Sie sich getrieben? Von anderen gesteuert, mit zu wenig Raum für eigene Ideen? Wie reagieren Sie darauf? Werden Sie zum Krokodil, nach dem Motto: fight oder flight? Oder sind Sie eher ein starker Baum, dem kein Sturm etwas anhaben kann?

Gerade in schwierigen Situationen – die Ihre komplexe Welt mit sich bringt – ist ein Wechselbad der Gefühle vorprogrammiert. Die eigene Grenze ist dann schnell erreicht. Und im Handumdrehen wird aus einem tief verwurzelten Baum im COACH- ein schnappendes Reptil im CRASH-State.

Nach Stephen Gilligan können wir nämlich in zwei Bewusstseinszuständen unterwegs sein: Zentriert und offen für alles Neue sind wir im COACH-State, und fühlen uns dabei gleichzeitig mit uns selbst und den anderen verbunden. Ganz anders der CRASH-State, in dem wir verkrampft in die Vergangenheit statt in die Zukunft blicken und auf Spannungen mit Angriff, Flucht oder Totstellen reagieren.

So gelingt der Switch

Was hilft in solchen Momenten? Ihre Haltung. Denn sie bringt tatsächlich auch Halt. Sie allein bestimmen, was Sie wie wahrnehmen und welchen Stellenwert Sie Widersprüchen einräumen. Ebenso wichtig: Reflektieren Sie Ihren jeweiligen Zustand, ob COACH oder CRASH, und gehen Sie ganz bewusst damit um.

Wir haben einige Tipps für Sie zusammengestellt, mit denen Sie zu Ihrer inneren Haltung zurückfinden:

  • Schaffen Sie Distanz
    Einfach, aber effizient: Atmen Sie tief durch und holen Sie sich ein Glas Wasser. Oder ziehen Sie sich kurz an einen stillen Ort zurück. Wenn auch das nichts bringt: Unterbrechen oder vertagen Sie das Gespräch.
  • Fokussieren Sie Ihre Stärken
    Konzentrieren Sie sich vor Meetings nur auf die Aufgabe vor Ihnen und wie Sie diese im Team lösen können. Gemeinsam sind Sie eben doch stärker.
  • Suchen Sie das Verbindende
    Verzichten Sie in Zukunft auf „Ja, aber …“ und versuchen Sie es stattdessen mit „Ja, und …“. Eine kleine Änderung mit großer Wirkung, die auch die Haltung Ihres Gegenübers beeinflussen wird. Garantiert.

Sie fühlen sich oft allein gegen den Rest der Welt? Dann holen Sie sich Unterstützung. Umgeben Sie sich mit fähigen Menschen und nutzen Sie ihr kollektives Wissen. So gestalten Sie Ihre Führung aktiv und zielgerichtet, ohne Abhängigkeiten. Und reagieren in Zukunft gelassen auf die vielen Erwartungen an Sie. Alles andere ist Zeit- und Energieverschwendung. Finden Sie nicht auch?

Sie wollen mehr darüber erfahren? Lesen Sie den vollständigen Text „Werden Sie ein Baum“ von Liselotte Zvacek im Hernsteiner 1/2018. Das Thema unseres Magazins: „Auf die Plätze - Haltung - los“.

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