Lizenz zum Kreativsein

5 Min. 12.06.2015 Dr. Barbara Holzer

Kreativität ist erlernbar, aber sie erfordert auch die richtigen Voraussetzungen. Davon ist Nadja Schnetzler, Kreativitätsforscherin und Mitbegründerin der Ideenfabrik BrainStore, überzeugt. Sie beschreibt vier Faktoren, wie in Unternehmen innovative Ideen entstehen: Prozesse, Methoden, kreative Freiräume und eine Kultur des Scheiterns.

Zweck als Grundlage für Kreativität

Wenn die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wissen, welchen Zweck, welchen Nutzen das Produkt erfüllen soll, können sie sich auch immer daran orientieren, ob das, was gerade ausgearbeitet wird, auch den Zweck erfüllt. Zweckgetriebene Unternehmen haben Mitarbeitende mit viel Spielraum. Hier bestimmen weniger Reglements und Checklisten das System, sondern viel mehr die gemeinsam getroffenen Absprachen und der übergeordnete Zweck. In einem solchen Umfeld entfaltet sich Kreativität. Prozesse zur Entwicklung neuer Ideen sind vor allem in Unternehmen, deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch lernen müssen, kreativ zu sein bzw. kreativ sein zu dürfen, zentral.

Kreativmethoden heben verborgene Ideenschätze

Gute Ideenfindung ist das Jonglieren mit Gedanken, die sich zu Ideen formen. Kreative Rahmenbedingungen wie Ideenfindungsworkshops unterstützen die Kreativität. Einfache Ideenfindungsmethoden, Kreativitätstechniken und Anleitungen müssen für die Mitarbeitenden offen und frei verfügbar sein. In definierten Prozessen lässt sich Kreativität leichter freisetzen.

Kreative Freiräume

Teammeetings fördern Kreativität, denn viele Köpfe haben viele Ideen. Im Team entstehen neue Ideen. Außerdem muss eine Idee, die im Team geboren wurde, nicht erst die Hierarchie hinaufwandern und später, mit Budget versehen, wieder zurückkommen.

Kultur des Scheiterns

Nicht jeder, der Ideen entwickelt und umsetzt, hat immer Erfolg. Kreative Organisationen pflegen daher auch eine Kultur des Scheiterns, starten mit kleinen Ideen und bauen diese weiter aus. Eine zyklische Herangehensweise erlaubt es, früh Fehler zu machen und aus diesen zu lernen. Werden Fehler genauso offen diskutiert und analysiert wie Erfolge, befindet sich die Organisation auf einem guten Weg.

Für Nadja Schnetzler verhält sich das Erlernen von Kreativität so wie das Kochen. Beides ist erlernbar. Wenn Küche, Utensilien und Chefkoch oder -köchin sowie Zutaten passen, gelingt auch das Rezept.

Lesen Sie, wie wirklich gute Ideen entstehen können und welche Fragen geklärt werden müssen, bevor Kreativität entstehen kann, in Nadja Schnetzlers ungekürztem Beitrag im Hernsteiner.