Strate­gie­ent­wicklung in einer komplexen Welt

4 Min. 27.06.2016 Dr. Heinz Peter Wallner, CMC

Hände weg vom klassischen Planen. Es passt eher, wenn wir gemeinsam Szenarien formulieren und uns Geschichten erzählen. Um uns nicht ganz der Fantasie zu überlassen, können wir auch Daten analysieren. Dabei geht es nicht mehr um das Normale, den Durchschnittswert, sondern um die Sonderfälle, die Extreme. Alles, was wichtig ist, liegt schon vor uns, wir können es meist nur leider noch nicht sehen.

Volle Konzentration sollte auf die Widersprüche gelenkt werden, die im Unternehmen wirken! Welcher Widerspruch prägt unsere Situation? Wie können wir aus den Widersprüchen Quellen der Energie für uns machen? Es sind immer diese nicht entscheidbaren Fragen, die uns Probleme bereiten und denen wir unsere Aufmerksamkeit schenken müssen.

Einen Zweck der Existenz zu suchen ist lohnender, als Ziele zu formulieren. Auch Visionen sind nicht mehr, was sie einmal waren. Heute sind Visionen Vorstellungen von einer besseren Welt, zu deren Entstehung wir einen Beitrag leisten wollen. Daraus leitet sich der Sinn ab, für den es sich lohnt, Energien einzusetzen.

Entweder ganzheitlich nachhaltig entlang der ganzen Wertschöpfungskette und in den Produkten wirken oder auf ein schnelles Ende hoffen. Welchen Sinn soll ein Wirtschaften noch haben, das unsere Umwelt und Mitwelt an die Wand fährt? Seitdem wir wissen, in welches Desaster wir unsere Umwelt gebracht haben, führt an kompromisslosen Nachhaltigkeitsstrategien kein Weg mehr vorbei.

Am besten eignen sich Vernetzung und Dialog mit Kundinnen und Kunden, Stakeholdern und Teammitgliedern. Nutze die Intelligenz der vielen, es ist eine „übersummative Intelligenz“, wie Peter Kruse meinte, und vertraue auf die Menschen, um Herausforderungen zu meistern. Halte dich selbst nicht für allzu klug. Im Klima der Kooperation und des Vertrauens, voller Respekt und auf Augenhöhe kann das entstehen, worauf alle warten/hoffen: eine zukunftsfähige Lösung.

Letztlich ist es noch die iterative Vorgangsweise, die viel zum Erfolg beitragen kann. Iterativ testende Agilität nannte das Peter Kruse. Es ist eine schöne Formulierung für das Navigieren auf Sicht, für das Lernen aus Feedbackschleifen, für die ständige Anpassung und Innovation, für den Kreislauf der Lebendigkeit.

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