Patchwork für den Übergang

5 Min. 29.05.2017 Mag. (FH) Michaela Kreitmayer

Worauf setzen Sie in Ihrem Unternehmen? Auf selbstorganisierte Teams oder eine starre Hierarchie? Oder ist es ein Mix aus beiden, sozusagen nach dem Sowohl-als-auch-Prinzip?

Seit geraumer Zeit schon macht sich in den Organisationen ein Paradigmenwechsel bemerkbar. Während sich die einen voller Neugier und Enthusiasmus der Selbstorganisation widmen, tun sich die anderen (noch) schwer damit. Sie setzen weiterhin auf Altbekanntes mit hierarchischen Strukturen, das Stabilität in komplexen Zeiten verspricht. Kein Wunder also, dass auch so manch selbstorganisiertes Unternehmen in Krisensituationen gerne darauf zurückgreift. Braucht es doch gerade in Transformationsprozessen oft Anker, die Halt vermitteln und zugleich Orientierung geben.

Sie fragen sich, ob dieser abgesicherte Modus im Betriebssystem erlaubt ist? – Die klare Antwort: Ja, ist es. Denn so viele unterschiedliche Unternehmen, so viele unterschiedliche Führungsansätze gibt es. Gerade im Übergang, wenn in kleinen Schritten ein altes System einer neuen Organisationsform Platz machen soll.

Führung 4.0: Patchwork ist angesagt

Viele verschiedene Teile, die ein Ganzes ergeben: Das zeichnet Patchwork aus. Alte Ordnungen neben neuen Strukturen, Agilität neben Beständigkeit, Zukunftsvisionen und Verantwortung im Paarlauf, alles ist möglich in Patchwork-Organisationen. Und auch erlaubt.

Sicher, die einzelnen Elemente können einander widersprechen und in die Quere kommen. Die Patchwork-Organisation aber hält das aus. Auch dank ihrer Dynamik, mit der sie den Forderungen unserer komplexen Welt nach flexiblem Denken und Handeln nachkommt.

Umdenken erwünscht

Welches Betriebssystem auch regiert: Führungskräfte werden heute mehr denn je gebraucht. Denn es liegt an ihnen, diese ambivalenten Organisationsstrukturen erfolgreich zu managen. Als Vorbild wirken sie als Brücke zwischen Alt und Neu. Sie geben die Richtung des Unternehmens und damit jene ihrer Teams vor.

Entscheidend ist also nicht, wie viel Hierarchie Führungskräfte zulassen, sondern wie sie mit diesen hierarchischen Strukturen umgehen.