Krank am Arbeitsplatz?

5 Min. 28.01.2013 Dr. Lisa Kratzer, MAS

Laut einer Studie von Roland Berger aus dem Jahr 2012 kann Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) krankheitsbedingte Ausfälle um bis zu 40 Prozent reduzieren. Genauer auf die Ursachen hinzuschauen lohnt sich also für die Unternehmen.

Arbeitsbezogener Stress macht krank

In zahlreichen Untersuchungen steht arbeitsbezogener Stress an erster Stelle der Krankmacher am Arbeitsplatz. Zeitdruck und enge Terminvorgaben führen dazu, dass Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu wenig Pausen machen und auch am Wochenende vielfach nicht mehr abschalten können. Sie ignorieren damit, dass nur der  Wechsel von Anspannung und Entspannung die Leistungsfähigkeit erhält.  Als weitere krankmachende Faktoren werden Konflikte am Arbeitsplatz und Mobbing, zu wenig Anerkennung von Leistungen, hoher Kostendruck und zu viele Überstunden genannt.

Organisationales Burn-out schwächt die Wettbewerbsfähigkeit

Häufig sind interne Grabenkämpfe, mangelnde Zusammenarbeit und Abschottung die Folge. Sie erzeugen nicht nur bei Einzelnen, sondern in der ganzen Organisation ein Klima der emotionalen Erschöpfung. Es ist an Antriebsverlust, Skepsis und Zynismus erkennbar, schädigt die Gesundheit und beeinträchtigt die Leistung der Organisation. Gustav Greve hat dafür den Begriff „organisationales Burnout“ (G. Greve, Organizational Burnout, Wiesbaden, 2012) geprägt.

Investitionen in die Gesundheit rechnen sich

Wenn es gelingt, aussagekräftige Kennzahlen zu entwickeln, die den Nutzen von betrieblicher Gesundheitsförderung nachweisen, ist dem Thema auch die Aufmerksamkeit der Geschäftsleitung sicher. Studien sprechen davon, dass jeder investierte Euro 1,5-fachen Nutzen bringt (z. B. die Studie über Betriebliche Gesundheitsvorsorge der Felix-Burda Stiftung und Booz&Co, 2011).