Klarer Sinn und klare Rollen

6 Min. 17.03.2017 Barbara Friesenbichler

Fit für die Selbstorganisation? 8 Tipps, die Ihnen helfen, einen neuen Weg zu gehen:

1. Sinn:

Sorgen Sie dafür, dass Sinn und Zweck des Unternehmens für alle klar erkennbar und versteh-bar sind. Dann können Bereiche und Individuen mehr Kompetenzen bekommen und trotzdem sicher entscheiden und agieren. Das System wird flexibler, gleichzeitig wirkt der Sinn stabilisierend.

2. Prozessorientierung:

In der Selbstorganisation stehen Prozesse im Vordergrund. Achten Sie darauf, dass Prozesse und Zieldefinitionen flexibel bleiben und sich permanent entwickeln. Wenn sich etwa Märkte oder Kunden verändern, muss der Prozess sich anpassen. Mit fixen Strukturen und Methoden kann das heute nicht mehr erreicht werden.

3. Interaktion aller Systemteile:

Sorgen Sie dafür, dass bei der selbstorganisierten Zusammenarbeit kein Unternehmensbereich ausgegrenzt wird.

4. Klare Spielregeln:

Wenn die Selbstorganisation einmal versagt, muss allen klar sein, was dann passiert, damit durch Hilfe einer weiteren Instanz ein Ausweg gefunden wird.

5. Sinnorientierte Führungskultur:

Je stärker die Sinnorientierung im Unternehmen verankert ist, desto mehr kann auf konkrete Anweisungen und andere bürokratische Elemente verzichtet werden. Auch in unvorhersehbaren Situationen sorgt diese Art der Führung für Orientierung. Sie erhöht die Handlungssicherheit für alle, die schneller und flexibler im Sinne des Unternehmens agieren können. Für Sie als Führungskraft heißt das, bewusst loszulassen, ohne jedoch die Führungsrolle abzugeben.

6. Selbstkonzept und Rollenklarheit:

Selbstorganisation erfordert ein klares Selbstbild auf persönlicher und beruflicher Ebene. Dann ist auch eine bewusste Verknüpfung von Individual- mit Unternehmenswerten möglich. Einzelne sollen nicht nur funktionieren, also den äußeren Ansprüchen folgen und genügen, sondern selbstgesteuert agieren. Fordern und fördern Sie, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der beruflichen Rolle ihre Kompetenzen voll ausschöpfen. Und dass sie Rollen bei Bedarf neu verhandeln, wenn sich die Bedingungen verändert haben.

7. Selbstentwicklung und Selbstführung fördern:

Die ungewohnte Freiheit der Selbstorganisation kann bei manchen Angst und Überforderung auslösen. Unterstützen Sie diese Menschen durch Coaching oder Sparring. Angstbedingte Blockaden können die Selbstorganisation gefährden.

8. Auch den vertikalen Dialog stärken:

Der ideale Dialog ist ein reifer, informativer, offener Austausch, der bewusst auch nach oben geführt wird. Wenn Sie für reife Kommunikation sorgen, tun Sie etwas Wichtiges für das Gelingen von Selbstorganisation.

Dieser Artikel ist im Hernsteiner 1/2017 erschienen. Unser Magazin stellt sich die Frage nach dem Sinn in der Arbeitswelt. 

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