Hirngerecht arbeiten und führen

7 Min. 20.11.2019 Mag. (FH) Michaela Kreitmayer

Erinnern Sie sich noch an die spektakuläre Notlandung des Piloten Chesley B. Sullenberger im Hudson River? Die Bilder gingen damals um die Welt, denn alle 155 Passagiere überlebten nahezu unverletzt. – Eine Meisterleistung, dank Sullenbergers großem Können und seiner mentalen Stärke, die ihm half, in dieser Ausnahmesituation einen kühlen Kopf zu bewahren.

Ein anderes Beispiel: Beobachten Sie die heimischen Ski-Asse doch einmal während des Startprozedere. Sie lassen sich dabei durch nichts ablenken – weder von den TV-Kameras noch den Zaungästen. Vielmehr gehen sie gedanklich nochmals den Kurs durch und konzentrieren sich voll und ganz auf die vor ihnen liegende Aufgabe. Eine wichtige Voraussetzung, die oft über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Adieu, Multitasking

Wie aber handhaben Sie anspruchsvolle Situationen? Nehmen Sie sich exklusiv Zeit, um an eine komplexe Fragestellung heranzugehen? Diese ist nämlich wichtig, um Ihren rationalen Arbeitsspeicher im Gehirn voll auszuschöpfen. Verabschieden Sie sich daher besser von Multitasking. Das bringt nur Druck und damit rein gar nichts.

Entwickeln Sie ein Growth Mindset

Wenn auch Sie sich schon öfter ein größeres Ziel gesetzt haben, kennen Sie die Trigger, die es braucht, um es auch zu realisieren: etwa die bewusste Fokussierung und vor allem mental-emotionale Fitness. Letztere ist nämlich das Um und Auf, wenn Sie private Vorhaben erreichen oder sich erfolgreich Ihren täglichen Aufgaben stellen wollen.

Vielleicht haben Sie auch bereits die Erfahrung gemacht: Je öfter Sie etwas geschafft haben, was Sie sich vorgenommen haben, umso einfacher, schneller, klappt es beim nächsten Mal. Verantwortlich dafür ist das Growth Mindset, eine lernorientierte Denkweise, die neue Lösungswege erkennt und nutzt – und natürlich auch speichert. 

Unterstützen Sie Ihr Gehirn

Apropos speichern: 40 Bit an Informationen kann das Gehirn in der Sekunde bewusst aufnehmen. Wenn wir etwas Neues oder schwierige Aufgaben bearbeiten wollen, müssen wir auf genau dieses Zentrum zugreifen können. Dafür braucht es ein gut funktionierendes, vor allem entspanntes Gehirn. Drei Tipps, wie Sie diesen Zustand am besten erreichen:

  • Denken Sie im Single-Task-Modus.
    Verzichten Sie darauf, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun. Konzentrieren Sie sich vielmehr auf die Tätigkeit, die gerade am dringendsten ist. Alles schön nach der Reihe eben.

  • Aktivieren Sie Ihr Zero-Netzwerk.
    Versuchen Sie, das nächste Mal, wenn Sie im Flugzeug oder Zug unterwegs sind, nichts zu tun. Absolut nichts. Geben Sie sich Ihren Tagträumen hin und beobachten Sie die vorbeiziehenden Wolken oder die Landschaft. Das bringt’s: Sie fördern damit Ihre Kreativität und das Verknüpfen von Informationen.

  • Bewegen Sie sich.
    Körperliche Aktivität unterstützt die Bildung der sogenannten Gliazellen und damit ebenfalls die Verknüpfung von Informationen. Ein weiterer Vorteil: Sport baut das Stresshormon Cortisol ab.

Machen Sie sich bewusst, was Ihr Hirn leisten kann und schöpfen Sie Ihr Potenzial voll aus. Die Vorteile sind unwiderstehlich: Sie werden mental agiler, emotional stabiler, stressresistenter, selbstwirksamer und sicherer. Versuchen Sie es, es funktioniert!

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