Führungs­ver­halten ist (auch) ein Kosten­faktor

Die Zufriedenheit von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mit dem Führungsverhalten ihrer Vorgesetzten hat unmittelbaren Einfluss auf die Anzahl der Krankenstandstage.  Wer den Führungsstil seines Vorgesetzten bzw. die Führungskultur des Unternehmens schätzt, ist weniger krank und kann sich besser motivieren. (vgl. Leoni, Thomas et al.: Fehlzeitenreport 2012)
Die Unternehmenskultur nimmt also messbaren Einfluss auf die Gesundheit des Personals und verursacht im schlimmsten Fall hohe, vermeidbare Kosten. Es sind viele scheinbare Kleinigkeiten, die die Unternehmenskultur positiv beeinflussen können. Ein regelmäßiges „Guten Morgen“ oder ein ehrliches „Danke, dass Sie die Aufgabe so schnell erledigt haben!“ stärkt das Vertrauensverhältnis zu den Mitarbeitern. Wer sich geschätzt und gefördert fühlt, lässt sich leichter zu dauerhaft guten Leistungen herausfordern.

Anne K. Matyssek („Führung und Gesundheit. Ein Ratgeber zur Förderung der psychosozialen Gesundheit im Betrieb“, 2009) hält sechs Punkte für zentral:

  1. Wertschätzung, Lob und Anerkennung
  2. Interesse, Aufmerksamkeit, Kontakt
  3. Gesprächsführung / Einbeziehen / Kommunikation
  4. Transparenz und Offenheit
  5. Betriebsklima / Stimmung
  6. Stressbewältigung / Belastungsabbau / Ressourcenaufbau

Es geht darum, die – zumeist bestehende – Wertschätzung und Anerkennung, die größtmögliche Offenheit oder den sinnvollen Belastungsabbau auch spürbar umzusetzen. Mit etwas Phantasie wird jede Führungskraft passende Maßnahmen finden, um die bestehenden Beziehungen zu pflegen. Es lohnt sich!