Führung und Strategie – oder: Vom Steuern, Rudern und Ankommen

4 Min. 19.06.2017 Dipl.-Päd. Hans Baumeister

Wer sein Unternehmen sicher und erfolgreich in die Zukunft steuern will, braucht – keine Frage – eine Strategie. „Für ein Unternehmen bedeutet eine gute Strategie, dass sich die Wahrscheinlichkeit erhöht, unter Bedingungen von Unsicherheit nachhaltig erfolgreich zu sein.“*

Doch welche Kompetenzen brauchen eigentlich Führungskräfte, die mit ihren Teams diejenigen sind, die die Strategien umsetzen? Die Schritte dorthin, das ist uns klar, kennen wir theoretisch. Nun mal ehrlich: Begleiten die strategischen Grundprinzipien Sie jeden Tag? Wie bewusst ist Ihnen die Bedeutung der Grundlagenarbeit? Und Hand aufs Herz: Haben Sie die Zeit, den Mut und die Muße für die effektive Umsetzung im Alltag in dem Ausmaß, in dem Sie es brauchen?

Die folgenden 4 Punkte für optimale Navigation Ihrer Teams und Aufgaben sollen Ihnen eine kurze Besinnungspause gönnen. Nehmen Sie sich die paar Minuten, um zum wesentlichen Grund zu kommen und zu schauen, wo Sie stehen, wohin Sie wollen und wie Sie die Fährte aufnehmen.

  1. „Weitblick durchs Fernrohr gewinnen“
    Möglichkeiten entdecken:
    Strategische Führungskompetenz zeigt sich in der Fähigkeit, Möglichkeiten zu entdecken, die andere bislang nicht gesehen haben. Nach einem strategischen Gesamtkonzept ziehen Sie daraus den Nutzen für das Unternehmen.

    Wann haben Sie zuletzt andere Wege und Möglichkeiten entdeckt? Sind Sie Ihrem Gespür nachgegangen? Wo hat es Sie hingeführt?

  2. „Aufentern“, auf den Mast klettern
    Mitarbeitende fördern und inspirieren:
    Strategisch agierende Führungskräfte können ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern und inspirieren. Sie begeistern ihr Team, sich für Ziele und Aufgaben einzusetzen, die im gemeinsamen Interesse sind.

    Wann wurden Sie selbst zuletzt durch andere inspiriert? Was war das entscheidende Moment, wodurch der Funke übersprang?

  3. „Halsen“, das Heck richtig in den Wind drehen
    Ansatzpunkte für Veränderung erkennen:
    Strategische Führungskompetenz bedeutet, die wesentlichen Stellschrauben der Veränderung, der Verbesserung und Weiterentwicklung zu erkennen und sich auf diese zu konzentrieren. Aus der Unternehmensstrategie werden die konkreten Ziele für die eigene Abteilung, das eigene Team abgeleitet.

    Wann haben Sie zuletzt „Dinge“ neu und anders gemacht oder eine neue Richtung vorgegeben? Sind Sie auf Widerstand gestoßen? Wie gingen Sie damit um?

  4. „Ankern und navigieren“, Gutes verfestigen, Teilen neue Richtung geben
    Installation und Kontrolle:
    Neue Vorgehensweisen und Maßnahmen müssen nicht nur installiert, sondern auch kontrolliert werden. Zur strategischen Führungskompetenz gehört daher auch die Fähigkeit, Prozesse bei Bedarf anzupassen – damit eine neue Strategie auch wirksam umgesetzt werden kann.

    Wann haben Sie zuletzt ohne schlechtes Gewissen kontrolliert? Was hält Sie davon ab, dies öfter zu tun?

Strategisch handelnde Führungskräfte, die diese Kompetenzen vereinen, nutzen die Reflexion und Entscheidungsfreude für das Gestalten ihrer Strategie. Anstatt unkontrolliert mitgeschwappt zu werden, beherrschen sie die See – ob turbulent oder angenehm ruhig.

*Quelle: Hans H. Hinterhuber: Strategische Unternehmensführung. Teil I: Strategisches Denken. Berlin, 20118.