Employer Branding – Unternehmen zu attraktiven Arbeit­gebern machen

5 Min. 20.08.2015 Mag. Irene Kari

Employer Branding bedeutet: Unternehmen, die hoch qualifizierte Fachkräfte für sich gewinnen wollen, müssen sich klar positionieren und ihre Besonderheiten und Vorteile deutlich kommunizieren und leben. Dabei geht es nicht nur darum, externe Arbeitskräfte anzuziehen. Der wahre Fokus von Employer Branding ruht darauf, bestehende Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an das Unternehmen zu binden und aus ihnen positive Markensprachrohre zu machen. Ein Thema, das nicht nur die HR-Abteilungen angeht, sondern die Unternehmenskultur betrifft.

Fachkräftemangel und demografischer Wandel

Der größte Treiber für Employer Branding ist der Fachkräftemangel in gewissen Branchen und Berufsfeldern. Das Thema wird in den nächsten Jahren noch dringlicher werden, denn der Arbeitsmarkt verändert sich. Die Babyboomer verabschieden sich in den Ruhestand und die geburtenschwachen Jahrgänge steigen in die Berufswelt ein.

Aber es gibt auch einen anderen Grund für Unternehmen, sich von der besten Seite zu präsentieren: Die emotionale Bindung der Mitarbeitenden an ihren Arbeitgeber ist erschreckend gering. Die Zahlen aus dem Gallup Engagement Index 2014 zeigen, dass 15 Prozent bereits innerlich gekündigt haben, 70 Prozent verspüren nur eine geringe Verbundenheit mit ihrem Unternehmen.

Vorbildwirkung und Langfristigkeit

Doch wie kann Employer Branding gelingen? Die Grundvoraussetzung ist, dass das Top-Management vom Projekt überzeugt ist und es aktiv unterstützt. Denn gerade, wenn es um Unternehmenskultur geht, werden Vorstände oder Mitglieder der Geschäftsführung besonders gerne beobachtet.

Eine weitere Voraussetzung: Employer Branding trägt dann Früchte, wenn es als kontinuierlicher Prozess aufgesetzt ist. Denn Einzelmaßnahmen helfen hier nicht.

Bei der Implementierung gilt: „Innen beginnen.“ Was das heißt? Die Markenbelebung beginnt bei den einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und den Führungskräften. Nicht bei den Hochglanzbroschüren oder beim XING-Auftritt.

Die Nagelprobe des Employer Brandings stellt der Alltag dar. Kann das Unternehmen halten, was es verspricht? Spürt man die Markenwerte im Führungsverhalten oder in den Weiterbildungs- und Karrieresystemen? Ist nicht markenkonformes Verhalten Thema oder wird es unter den Teppich gekehrt? Wie wird mit gekündigten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen umgegangen?

Wie Führungskräfte die Arbeitgebermarke beeinflussen und warum Employer Branding und Leadership untrennbar miteinander verbunden sind, darüber weiß Sabine Hödl Bescheid. Lesen Sie, wie man mit der Arbeitgebermarke führt, in ihrem Beitrag im aktuellen Hernsteiner.