Design Thinking als Innova­ti­onsmotor

5 Min. 15.07.2015 Mag. Irene Kari

Der Kunde ist König. Das wissen wir schon lange. Doch viele Produkte oder Dienstleistungen schrammen mehr oder weniger knapp an den Kundenbedürfnissen vorbei. Denn meist brüten in den Unternehmen Fachleute über neue Produkte: eine homogene Gruppe, alle aus demselben Dunstkreis. Die Kundensicht gerät dabei leicht ins Hintertreffen.

Schon alles ausgekundschaftet?

Design Thinking stellt den Menschen in den Mittelpunkt und richtet den Blick auf den Kundennutzen. Der Name ist Programm: In der Designwelt ist Kundenzentrierung ein bewährtes Prinzip, das sich nun auch Unternehmen zunutze machen. Sie lernen, aus der Designsicht zu denken: zuhören, entwickeln, testen, lernen, besser machen, und wenn es noch nicht passt, dann heißt es zurück an den Start. Denn ob Design funktioniert oder nicht, hängt davon ab, ob die Produkte auf die Bedürfnisse und Wünsche des Marktes zugeschnitten sind.

Kreative Lösungen für komplexe Probleme

Viele Unternehmen und Führungskräfte stehen mit dem Rücken zur Wand, Produkte haben das Ende ihres Lebenszyklus erreicht und Innovationen sind gefragter denn je. Doch traditionelle Unternehmensstrukturen lassen kaum Raum für kreatives Denken. Hier entfaltet Design Thinking seine wahre Kraft. Innovation entsteht hier in einem interdisziplinären, experimentell ausgerichteten und vor allem nutzerorientiert angelegten Rahmen als Teamprozess. Vernetztes Denken und Handeln wird großgeschrieben.

Um-die-Ecke-Denken mit Empathie

Durch die strukturierte Herangehensweise des Design-Thinking-Prozesses wird gezielt die Kreativität angeregt und Innovationen werden ermöglicht. Der Perspektivenwechsel bringt neue Ideen und Anregungen. Garantiert sind Aha-Erlebnisse und die Frage, warum man die eine oder andere Erkenntnis nicht schon früher hatte. Die Veränderung des eigenen Blickwinkels führt zu innovativen und schnell greifbaren Ergebnissen. Und zu einem umfassenden Kundenverständnis.

Wir-Intelligenz und Kollaboration

Das Anwendungsfeld ist vielfältig. Design Thinking wird bei der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen eingesetzt, Stichwort Service Design Thinking. Zusätzliche kostenlose Dienstleistungen und Services bieten neben dem reinen Produktmarketing einen attraktiven Mehrwert für die Kunden und Kundinnen. Die dynamische Methode eignet sich für die Analyse von Problemen oder für die Suche nach Entscheidungsgrundlagen für unklare Situationen und Strategien. Kommunen nutzen den kollaborativen Ansatz, um soziale Prozesse zu gestalten, Interessenvertretungen beschreiten damit neue Wege im Stakeholder-Management. Elegantes Scheitern ist bei Design Thinking gewollt. Warum es am besten oft, schnell und früh passieren soll, lesen Sie im Hernsteiner Beitrag von Klaus Weissmann.

Wir tun: Hernstein Design Thinking Workshop

Gemeinsam mit Klaus Weissmann haben wir letzte Woche einen zweitägigen Design Thinking Workshop veranstaltet. Zwei Tage voller Diskussion, Ideen, Inputs und auch Fragen, auf die wir von unseren Kundinnen und Kunden andere Antworten bekamen als wir erwartet haben. Spannend, was sich da von der Bedürfnisanalyse über Ideenentwicklung bis zum Prototyping abgespielt hat. Ein herzliches Dankeschön nochmals an alle Beteiligten, vor allem an die Bereitschaft unserer Kundinnen und Kunden sich mit Ihren Ideen und Einschätzungen einzubringen.