3 Tipps zu mehr Gelassenheit

5 Min. 02.12.2012 Mag. Gabriele Kypta

Stressmanagement: Innere Stärke durch Gelassenheit

 „Achtsamkeit bedeutet, dass wir ganz bei unserem Tun verweilen, ohne uns ablenken zu lassen.“ An den Worten des Dalai Lama scheint etwas dran zu sein: Ruhig, gelassen, nicht aus der Ruhe zu bringen – so erlebt ihn die Öffentlichkeit. Ablenkung ist ja per se nichts Schlechtes. Alles eine Frage des Zeitpunkts. Und des Umgangs damit. Tatsache ist aber auch: Wenn das Telefon laufend klingelt, ein dringliches E-Mail nach dem anderen eintrudelt, einige Kollegen sich lautstark unterhalten und eine Kundin hereinschneit, wenn es so gar nicht passt, dann ruft das Stress hervor. Und die Konzentration ist dahin. Die brauchen Sie aber, um fokussieren und optimale Lösungen erzielen zu können.

Wie wappnet man sich aber gegen Ablenkungen? Im Folgenden 3 Tipps, wie Sie Ihre Gelassenheit steigern – und Ihre Resilienz fördern.

Tipp 1: Nutzen Sie Ablenkungen für Entspannung

Alles, was unsere Sinne beschäftigt, kann auch von der Arbeit ablenken. Nicht immer sind die Bedingungen optimal. Telefon, Internet, die Kollegenschaft: In manchen Arbeitsphasen ist so viel Bewegung nicht weiter tragisch. Je mehr Sie sich auf eine Aufgabe konzentrieren müssen, desto nachteiliger wirken sich Ablenkungen aber aus.

Die Störungsquelle selbst lässt sich oft nicht beseitigen. Aber man kann die Störung annehmen und bewusst damit umgehen: Machen Sie eine Pause und schärfen Sie Ihre Sinne. Konzentrieren Sie sich beispielsweise mit aller Kraft auf die Formation des Vogelflugs vor Ihrem Fenster: Wie verhalten sich die Vögel? Was sehen Sie, was hören Sie? Können Sie das Gefieder ausmachen? Wie sieht es aus? Oder hören Sie ganz bewusst auf das, was vor Ihrem Büro vorgeht. Was genau nehmen Sie wahr? Sind es verschiedene Geräusche oder ist es ein gleichbleibendes Geräusch? Verfolgen Sie genau, wie das Gehörte in Ihr Ohr dringt. Wie reagiert Ihre Atmung? Verändert sich der Muskeltonus, Ihr Herzschlag?

Auf diese Weise haben Sie einige Minuten lang total entspannt. Wenn Sie die Konzentration lenken und fokussieren, ist das so erholsam wie eine genussvolle Dusche oder ein Spaziergang im Freien.

Tipp 2: Arbeiten Sie immer nur an einer Sache

Lange Zeit galt Multitasking als erstrebenswerte Fähigkeit. Heute weiß man: Multitasking ist ein Mythos. Vielleicht kann man ja Routinetätigkeiten, die in Fleisch und Blut übergegangen sind, gleichzeitig ausführen. Wenn es um anspruchsvollere geistige Aufgaben geht, ist es mit Multitasking aber meist vorbei. Denn unser Gehirn kann Eindrücke und Informationen nun mal nicht gleichzeitig, sondern nur nacheinander aufnehmen. Zwingen Sie es trotzdem dazu, sich mehreren Aufgaben zu widmen, springt es in sehr kurzen Abständen zwischen ihnen hin und her – und steht so unter Dauerstress. Keine guten Voraussetzungen, wenn man aufmerksam und produktiv arbeiten soll.

Wer eine Sache nach der anderen erledigt, macht weniger Fehler und arbeitet vollständiger. Das gilt übrigens auch für Gespräche mit anderen. Achtsame Kommunikation führt zu mehr Klarheit. Missverständnisse, Fehler und Doppelarbeiten werden damit hintangehalten.

Tipp 3: Managen Sie sich selbst

Um sich im Selbstmanagement zu üben, können Sie ruhig auf Hilfsmittel wie einen Handywecker zurückgreifen. Konzentrieren Sie sich bewusst auf Ihre Aufgabe – so lange, bis sich der Wecker nach 10, 20 oder 30 Minuten meldet. Das hilft Ihnen erstens dabei, ein Gefühl für die Sache zu bekommen. Und Sie halten zweitens den Impuls in Schach, Ihre Gedanken wandern zu lassen oder nach neuen Aufgaben zu greifen.

Apropos: Dass Ihre Gedanken wandern, ist völlig normal. Achten Sie aber bewusst darauf, wann es wieder so weit ist. Wenn Sie merken, dass Ihre Konzentration nachlässt, atmen Sie einige Male tief durch. Besser noch: Machen Sie gleich eine kleine Pause. Fühlen Sie sich wieder fit? Dann zurück zur Arbeit. Übrigens: 5 Minuten Erholung pro Arbeitsstunde führen dazu, dass Sie gar nicht erst in eine ermattete Leere abgleiten.