Führen mit Zielen (2/2005)
Wie verbreitet sind Zielvereinbarungsgespräche in Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz? Besteht ein Zusammenhang zwischen Leistungsbeurteilung und Vergütung? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich der aktuelle Hernstein Managament Report, eine Studie des Hernstein Instituts zu aktuellen Trends im Bereich Führung, Organisations- und Personalentwicklung.
Lesen Sie in der nachfolgenden Zusammenfassung mehr über die wichtigsten Ergebnisse zu diesem Thema.
- >Wie verbreitet sind Zielvereinbarungsgespräche?>
- >Besteht ein Zusammenhang zwischen Leistungsbeurteilung und Vergütung?>
- >Gibt es Entwicklungs- und Fördergespräche mit Mitarbeitern?>
- >Nutzen Unternehmen die Balanced Score Card?>
Wie verbreitet sind Zielvereinbarungsgespräche?
In 91 Prozent aller befragten Unternehmen gibt es Zielvereinbarungsgespräche mit einzelnen Mitarbeitern.
Der Ländervergleich zeigt, dass Schweizer mit 94 Prozent in punkto Zielvereinbarungsgesprächen vor den österreichischen und deutschen Managern liegen (89 Prozent).
In managementgeführten Unternehmen ist es eher üblich Zielvereinbarungsgespräche zu führen als in eigentümergeführten Unternehmen. So liegt der Wert bei managementgeführten Betrieben bei 93 Prozent, hingegen bei eigentümergeführten bei 88 Prozent.
Anders stellt sich das Bild dar, wenn es um Zielvereinbarungsgespräche mit ganzen Teams geht. Diese werden in lediglich etwas mehr als der Hälfte der Unternehmen (51 Prozent) geführt. Aber auch hier scheinen die Schweizer gesprächiger als ihre österreichischen und vor allem deutschen Kollegen. So geben 58 Prozent der Schweizer Führungskräfte bei der Befragung an, Zielvereinbarungsgespräche mit ganzen Teams zu führen, jedoch nur 43 Prozent der deutschen und 52 Prozent der österreichischen Führungskräfte.
Interessanter Weise scheinen in eigentümergeführten Unternehmen eher Zielvereinbarungsgespräche mit Teams als mit einzelnen Mitarbeitern geführt zu werden.
Besteht ein Zusammenhang zwischen Leistungsbeurteilung und Vergütung?
In zwei Drittel aller Unternehmen gibt es einen Zusammenhang zwischen der Leistungsbeurteilung und der Vergütung. Der Ländervergleich zeigt jedoch, dass Österreich in dieser Beziehung deutlich hinterher hinkt. Während 73 Prozent der befragten deutschen Manager einen Zusammenhang zwischen Leistungsbeurteilung aufgrund der Zielvereinbarungsgespräche und der Vergütung bestätigen tun dies lediglich 55 Prozent der österreichischen Führungskräfte.
Der Größenvergleich der Unternehmen zeigt, dass der Zusammenhang zwischen Leistungsbeurteilung und Vergütung mit der Unternehmensgröße steigt. So bestätigen 63 Prozent der Führungskräfte aus Betrieben mit bis zu 250 Mitarbeitern den Zusammenhang von Leistung und Vergütung, in Betrieben mit über 1000 Mitarbeitern sind es bereits 71 Prozent.
Die Höhe des variablen Anteils an der Vergütung beträgt durchschnittlich zwischen 10 und 20 Prozent. Jedoch ist der durchschnittliche variable Teil der Vergütung in managementgeführten Unternehmen etwas höher als in eigentümergeführten Unternehmen.
Im Ländervergleich zeigt sich, dass der variable Anteil am Gehalt bei österreichischen und deutschen Managern eher um die 10 Prozent beträgt, bei den Schweizern hingegen meist um die 20 Prozent.
Gibt es Entwicklungs- und Fördergespräche mit Mitarbeitern?
Ebenfalls 91 Prozent der befragten Führungskräfte führen Entwicklungs-/Fördergespräche mit ihren Mitarbeitern. Hier sind keine länderspezifischen Unterschiede feststellbar.
Unterschiede zeigen sich jedoch zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz in der Abwicklung der Gespräche. Während Schweizer Manager EIN Gespräch zur Zielvereinbarung sowie Förderung des Mitarbeiters führen (76 Prozent), werden in Österreich und Deutschland auch oftmals 2 getrennte Gespräche geführt. Ein Zielvereinbarungsgespräch, sowie ein Entwicklungs-/Fördergespräch.
Nutzen Unternehmen die Balanced Score Card?
Bei der Managerbefragung 2002 gaben 42 Prozent der befragten Führungskräfte an, die Balanced Score Card im Unternehmen zu nutzen.
Die aktuelle Befragung ergab aber, daß nur 23 Prozent der befragten Unternehmen die Balanced Score Card nutzen, um leistungsorientiert über Zielvereinbarungen zu führen.
Dies lässt den Schluss zu, dass die Unternehmen in der Balanced Score Card die „Mitarbeiter“ Perspektive noch wenig miteinbeziehen.
Am ehesten versuchen deutsche Unternehmen über die Balanced Score Card zu führen
(27 Prozent), in weiteren 15 Prozent der deutschen Unternehmen ist der Einsatz der Balanced Score Card zur strategischen Steuerung von Zielen und Leistungen geplant. In Österreich hingegen geben nur 21 Prozent der befragten Manager an über die BSC zu führen, ebenso in der Schweiz und ein verstärkter Einsatz ist auch keinesfalls geplant.
Betrachtet man die Unternehmensgrößen so zeigt sich, dass die Balanced Score Card zur strategischen Steuerung von Zielen und Leistungen, und somit zur leistungsorientierten Führung, vor allem bei Unternehmen ab 500 Beschäftigten genutzt wird. So geben 35 Prozent der Führungskräfte in Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern an, die BSC zu nutzen, hingegen liegt der Wert bei Unternehmen mit 100-250 Beschäftigten bei nur 11 Prozent.
Eine unterschiedliche Nutzung zeigt sich auch je nach Eigentümerverhältnissen. Während in 12 Prozent der eigentümergeführten Unternehmen die BSC zur strategischen Steuerung von Zielen und Leistung genutzt wird, liegt der Wert bei managementgeführten Unternehmen bei 29 Prozent.














