Entscheidungsmanagement (2/2006)
Wie treffen Führungskräfte Entscheidungen? Was passiert im Unternehmen bei Fehlentscheidungen? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich der aktuelle Hernstein Managament Report, eine Studie des Hernstein Instituts zu aktuellen Trends im Bereich Führung, Organisations- und Personalentwicklung.
Lesen Sie in der nachfolgenden Zusammenfassung mehr über die wichtigsten Ergebnisse zu diesem Thema.
- >Wie lange dauern Entscheidungsprozesse im Vergleich zu früher?>
- >Wie groß ist der eigene Entscheidungsspielraum im Vergleich zu früher?>
- >Wie treffen Sie persönlich bevorzugt Entscheidungen?>
- >Wie wichtig sind folgende Voraussetzungen für eine effektive Entscheidungsfindung?>
- >Was passiert im Unternehmen bei Fehlentscheidungen?>
Wie lange dauern Entscheidungsprozesse im Vergleich zu früher?
Tendenziell haben sich die Entscheidungsprozesse, nach Angaben der befragten Führungskräfte, in den letzten Jahren leicht verkürzt. Bei Großbetrieben mit mehr als 100 Beschäftigten werden im Vergleich zu früher Entscheidungen schneller getroffen als in Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten.
Wie groß ist der eigene Entscheidungsspielraum im Vergleich zu früher?
Die Hälfte der Befragten gibt an, dass der eigene Entscheidungsspielraum in derselben Position im Vergleich zu den letzten drei Jahren zugenommen hat.
Bei nur 14 Prozent aller befragten Führungskräfte hat der Entscheidungsspielraum in den letzten drei Jahren abgenommen.
Die Entwicklung des eigenen Entscheidungsspielraumes geht jedoch einher mit der Verweildauer in der jeweiligen Position, d.h. je länger die Verweildauer in der jeweiligen Position, desto höher ist auch der Entscheidungsspielraum.
Wie treffen Sie persönlich bevorzugt Entscheidungen?
Der Großteil der Befragten gibt an, Entscheidungen erst dann zu fällen, wenn alle relevanten Informationen vorliegen.
Rund ein Drittel der Befragten sucht zuerst Rat bei Mitarbeitern, Freunden oder Bekannten, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Mitarbeiter werden in Großunternehmen (ab 100 Beschäftigten) häufiger in die Entscheidungsfindung miteinbezogen als in Unternehmen mit weniger Mitarbeitern.
Die Intuition siegt knapp gegenüber dem Verstand bei der Entscheidungsfindung österreichischer Führungskräfte. Dies trifft vor allem auf Führungskräfte aus Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern zu.
Etwa jede fünfte Führungskraft neigt zur spontanen Entscheidungsfindung. Jeder Zehnte schiebt die Entscheidungsfindung möglichst lange hinaus, um auf einer wohl überlegten Basis Entschlüsse zu fassen.
Wie wichtig sind folgende Voraussetzungen für eine effektive Entscheidungsfindung?
Über die Voraussetzungen, die notwendig sind, damit der Entscheidungsprozess effektiv stattfinden kann, sind sich die Befragten einig:
Am wichtigsten ist das Vorhandensein von klar definierten Entscheidungsbefugnissen und damit eng verbunden eine klare Unternehmensstrategie.
Gereiht nach der Wichtigkeit folgt das Argument, dass kontinuierliche Ansprechpartner im Entscheidungsprozess zur effektiven Entscheidungsfindung führen und dass Macht- und Interessenskonflikte einen geringen Stellenwert haben sollten, wenn Voraussetzungen für eine effektive Entscheidungsfindung geschaffen werden sollen.
Für Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten ist es wichtiger, dass die Anzahl der Personen im Entscheidungsprozess gering ist, als für Großunternehmen. Das mag daran liegen, dass die Befragten in Großunternehmen eher daran gewöhnt sind, dass Entscheidungen von einer größeren Anzahl von Personen getroffen werden.
Was passiert im Unternehmen bei Fehlentscheidungen?
Der Großteil der Befragten gibt an, dass im Fall von Fehlentscheidungen die Erkenntnisse aus dem Lernprozess gesichert und im Kreis der Betroffenen besprochen werden. Dies trifft vor allem auf Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten zu.
Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass bei dieser Frage soziale Erwünschtheit mit hineinspielt und die Antworten sich eher darauf beziehen, dass Fehlentscheidungen im Kreis der Betroffenen besprochen werden als darauf, dass Erkenntnisse aus dem Lernprozess gesichert werden.
Größere Unternehmen geben eher zu, dass Fehlentscheidungen passieren, daraus jedoch keine Konsequenzen gezogen werden.














