Führen auf Distanz - Virtuelle Teams (06/2009)
Wo liegen die Vorteile virtueller Teams? Welche Erfahrungen haben Unternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz bisher damit gemacht? Welche Kompetenzen braucht es für das erfolgreiche Führen auf Distanz? Diesen und ähnlichen Fragen widmet sich der aktuelle Hernstein Management Report, eine Studie des Hernstein Instituts zu aktuellen Trends im Bereich Führung, Organisations- und Personalentwicklung. Lesen Sie in der nachfolgenden Zusammenfassung mehr über die wichtigsten Ergebnisse zu diesem Thema.
Verbreitung virtueller Arbeit in den Unternehmen
Das Ergebnis der Umfrage: Virtuelle Arbeit wird in den befragten Unternehmen bisher sehr wenig bis gar nicht genutzt. Schweizer und deutsche Führungskräfte sind am häufigsten mit der Führung virtueller Teams konfrontiert, am seltensten österreichische Unternehmen.
77% aller österreichischen Unternehmen geben an, keine Erfahrung mit virtuellen Teams zu haben, deutsche Unternehmen schließen sich dem mit 55% an, Unternehmen in der Schweiz mit 45%.
Hier zeigen sich deutlich die unterschiedlichen Strukturen der Unternehmen: Während in Österreich besonders kleine bis mittlere Unternehmen am Markt tätig sind, sind es in der Schweiz vor allem internationale Großkonzerne. Je größer das Unternehmen, desto eher wird virtuelle Arbeit eingesetzt ‒ nicht zuletzt aufgrund des Vorhandenseins von mehreren Standorten und der dadurch erhöhten Kommunikationserfordernisse.
Vorteile virtueller Teams
Den größten Vorteil von virtuellen Teams sehen die befragten Unternehmen in der Möglichkeit, Teams nach ihren Fähigkeiten, flexibel und unabhängig vom Standort einzubinden.
Kostenersparnisse, wie Wegfall der Reisekosten und damit verbundenen Arbeitsstunden, werden zwar auch genannt, spielen jedoch eine eher untergeordnete Rolle.
Virtuelle vs. reale Teams
Obwohl die befragten Führungskräfte eine Vielzahl an Vorteilen in virtuellen Teams nennen, erachtet die Mehrheit von ihnen regelmäßige persönliche Treffen als unerlässlich.
Dieser Meinung schließen sich vor allem österreichische Führungskräfte mit 70% an, nicht zuletzt aufgrund der geringeren Erfahrung mit virtuellen Teams. Deutschland folgt mit 63%, die Schweiz mit 59%.
Einig sind sich die Unternehmen in Hinblick auf höhere Anforderungen an virtuelle Teams, so das Ergebnis der Umfrage: Ein Mehr an Selbststeuerung und klare Kommunikation ist für 63% aller deutschen Führungskräfte unerlässlich, diese Ansicht teilen Unternehmen in der Schweiz mit 52%.
Notwendige Kompetenzen von Führungskräften virtueller Teams
Die wichtigste Aufgabe, nach Ansicht der befragten Führungskräfte, ist der Aufbau von Vertrauen bei der Führung virtueller Teams, vor allem für deutsche Führungskräfte mit 53 % die wesentlichste Kompetenz.
Wichtig sind die für die befragten Unternehmen auch Fähigkeiten rund um die Kommunikation: eine klare Vorstellung über die Kommunikation, Gesprächsführungskompetenz und interkulturelle Sprachfähigkeit.




















